Sprechen, Sprache, Stimme, Atem und Schlucken - Wir helfen kompetent bei allen Arten von Sprachstörungen in Loßburg, Wittendorf, Betzweiler-Wälde, Lombach, Rodt, Schömberg, Sterneck, Vierundzwanzig Höfe und Wittendorf. Natürlich freuen wir uns auch über Patienten aus der Umgebung von Alpirsbach, Dornhan, Glatten, Freudenstadt und Dornstetten und allen anderen umliegenden Ortschaften. Wir behandeln bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unter anderem folgende Störungen: Stottern , Sprechstörungen z. B. nach Schlaganfall oder bei neurologischen Erkrankungen (Dysarthrie), Schluckstörungen z. B. nach Schlaganfall oder bei neurologischen Erkrankungen (Dysphagie), Stimmstörungen (Dysphonie), Störungen der Atemfunktion, Gesichtslähmungen (Facialisparesen), Poltern / Verhaspeln, Myofunktionelle Störungen (Ungleichgewicht der Gesichtsmuskulatur), Näseln (Rhinophonie), Artikulationsstörungen (Dyslalie), Phonologische Störungen, Sprachentwicklungsverzögerungen (Late Talker), Sprachstörungen z. B. nach Schlaganfall oder Unfall (Aphasie), Sprachentwicklungsstörungen (z. B. Probleme mit Satzbau, Wortschatz u. ä.), Hörstörungen (z. B. Therapie bei Cochleaimplantat Versorgung), AVWST (Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen), Mutismus (Störung der Kommunikation), Lese-/Rechtschreibstörungen. Sollten Sie sich unsicher sein, ob Sie bei uns an der richtigen Stelle sind, rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.

Kindergarten

Kindergarten & Schulkinder

4 Jahre
Mit vier Jahren beherrschen Kinder ca. 2000 Wörter. Sie können die Artikel richtig verwenden und haben ein Verständnis für Zeiträume (gestern, morgen) entwickelt. Das Verb steht nun an zweiter Stelle im Satz und Nebensätze werden gebildet. Meist gebrauchen Kinder die Vergangenheitsformen jetzt richtig. Fehler bei unregelmäßigen Verben „ich habe getrinkt“ oder auch bei regelmäßigen Verben „geesst“ sind noch altersgemäß. Auch Verwechslungen von „den“ und „dem“ können noch vorkommen.
Die Lautentwicklung ist weitgehend abgeschlossen. Lispeln und die Ersetzung von ’sch‘ durch ’s‘ werde in der Regel erst mit ca. 5 Jahren überwunden. Manche Kinder ersetzen auch bis ca.
4 1/2 Jahre ‚k‘ → ‚g‘, z. B. „katze“ wird „gatze“ oder ‚p‘ → ‚b‘, z. B. „packen“ wird „backen“.

5 Jahre
Die Laute ’s‘; ‚z‘; ‚x‘; ’sch‘ sollten jetzt korrekt ausgesprochen werden. Manche Kinder lassen sich damit allerdings noch etwas länger Zeit, im Zweifelsfall fragen Sie ihren Kinderarzt ob bei Ihrem Kind eine logopädische Abklärung und ggf. eine logopädische Therapie sinnvoll wäre.
Die Grammatik ist nun weitestgehend korrekt, aber unregelmäßige Verben können vereinzelt immer noch fehlerhaft sein, z. B. „getrinkt“.
Kinder spielen nun mit Vorliebe Rollenspiele. Um ihre Ideen mit dem Spielpartner in Handlung umzusetzen, werden ihre Äußerungen und ihr Sprachverständnis immer komplexer und der Konjunktiv wird verwendet.

6 Jahre
Inzwischen sollten Kinder alle Laute der Muttersprache beherrschen. Der aktive Wortschatz liegt
kurz vor Schulanfang bei ca. 5000 Wörtern, der passive bei ca. 20000. Kinder in diesem Alter können von Erlebnissen berichten und Geschichten nacherzählen. Sie beginnen sich für Geschriebenes, Buchstaben und Zahlen zu interessieren und mit Sprache zu spielen. Mit Freude erfinden Vorschulkinder Quatschreime oder vollenden sinnvolle Reime („ die Maus hat ein“… „Haus“). Sie können die  Anfangslaute von Wörtern heraushören („Maria fängt mit ‚ M‘ an “).

Artikulationsstörungen sind die häufigsten Sprachauffälligkeiten bei Kindern. Sie werden auch Dyslalie genannt und in phonetische und phonologische Störungen unterschieden.
Artikulationsstörungen können zusammen mit einer Sprachentwicklungsverzögerung/ Sprachentwicklungsstörung oder auch isoliert auftreten.
Bei einer Dyslalie wird ein Laut nicht korrekt gebildet oder überwiegend nicht korrekt gebildet. Die Laute können entweder falsch ausgesprochen werden wie beim „Lispeln“, hier wird das ’s‘ wie das englische ‚th‘ gesprochen. Ein Laut kann auch ganz weggelassen werden („und“ statt „Hund“). Als dritte Möglichkeit kann ein Laut auch durch einen anderen ersetzt werden („Kind“ wird zu „Tind“, oder „gut“ wird zu „dut“).
Manchmal ist bei einer Artikulationsstörung nur ein Laut betroffen, in anderen Fällen werden ganze Lautgruppen ersetzt (z. B. alle Plosive p, t, k werden zu b, d, g). Bei der sogenannten universellen Dyslalie sind so viele Laute betroffen dass das Sprechen unverständlich wird.
Artikulationsstörungen können aufgrund falscher Bewegungsmuster von Zunge, Lippen und Gaumensegel entstehen, dann werden sie phonetische Störungen genannt. Artikulationsstörungen können aber auch durch eine Hörverarbeitungsschwäche verursacht werden. In diesem Fall werden sie als phonologische Störung bezeichnet.
Auch Schwerhörigkeit während der Sprachentwicklung, etwa durch langwierige Mittelohrergüsse, kann zu Artikulationsstörungen führen. Das Kind kann dann ähnlich klingende Laute t/d oder s/sch im Sprachklang nicht unterscheiden und sich selbst auch nicht in der Aussprache kontrollieren.

Oftmals ist bei Kindern mit einer Sprachentwicklungsstörung das auffälligste Merkmal eine Störung der Grammatik.
Der Satzbau ist „durcheinander“, das Verb steht nicht an zweiter Stelle im Satz sondern noch wie bei jüngeren Kindern am Satzende („Die Kuh Gras isst“ Statt „Die Kuh isst Gras“).
Artikel werden falsch verwendet („Das Hund hat Hunger“) und der Plural wird falsch gebildet („Viele Tigers in die Zirkus war“).
Die Sätze wirken oft insgesamt einfach und verkürzt da sehr wenig Nebensätze verwendet werden.
Neben einer Störung der Grammatik können aber auch alle anderen sprachlichen Ebenen bei einer Sprachentwicklungsstörung in individuellem Ausmaß betroffen sein.
So kann der Wortschatz sehr klein und einfach sein. Den Kindern fehlen nicht nur Hauptwörter, um sich erfolgreich auszudrücken sondern auch Adjektive und Verben. Sie verwenden oft unspezifische Worte wie „das da“ „tun“ oder „Ding“ („Der tut das in den Ding“).
Bei der „pragmatischen Ebene“ ist bei einer Sprachentwicklungsstörung die Kommunikation über das Verwenden von Sprache hinaus betroffen. Die Kinder nehmen oft wenig Blickkontakt auf und zeigen wenig Gestik und Mimik. Sie ahmen den Gesprächspartner nach (Echolalien) und haben auch Schwierigkeiten dem Anderen zuzuhören. Zusätzliches Merkmal einer Sprachentwicklungsstörung ist das Ausbleiben von Schritten der kindlichen Sprachentwicklung.
Folgen einer Sprachentwicklungsstörung können Schulprobleme sein, da die Kinder Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben können.
Je früher eine Therapie begonnen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit diesen Schwierigkeiten erfolgreich zu begegnen.
Bei einer Sprachentwicklungsverzögerung finden die Schritte der Sprachentwicklung in der üblichen Reihenfolge statt, die Kinder sind jedoch gegenüber ihren Altersgenossen deutlich verzögert.

Von einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) wird gesprochen, wenn Kinder gut hören können, ihre Intelligenz nicht beeinträchtigt ist und sie trotzdem Probleme haben, sprachliche Inhalte zu verstehen.
Bei einer AVWS sind Weiterleitung und Verarbeitung der Hörinhalte im Gehirn, also zentrale Prozesse des Hörens, gestört.
Betroffene Kinder haben oft phonologische Artikulationsstörungen und/oder eine Sprachentwicklunsverzögerung / Sprachentwicklungsstörung.
Sich auf Hörinhalte zu konzentrieren ist für Kinder mit einer AVWS sehr anstrengend und gelingt ihnen nur über einen begrenzten Zeitrum. Sie haben Schwierigkeiten sich in einem lauten Umfeld zu konzentrieren und können komplexere mündliche Aufträge nicht erledigen. Das Auswendiglernen von Liedern und Gedichten fällt ihnen schwer.
Zwangsläufig haben diese Kinder später auch in der Schule Schwierigkeiten sich in geräuschvoller Umgebung zu konzentrieren, Diktate zu schreiben oder mündlich gestellte Aufgaben zu erfüllen.
Eine AVWS wird von Pädaudiologen, spezifisch geschulten HNO-Ärzten oder Phoniatern sicher diagnostiziert.
In der logopädischen Therapie wird an den Teilbereichen der zentral-auditiven Verarbeitung (z. B. Unterscheidung von Sprachlauten oder Konzentration auf bestimmte Hörinhalte) gearbeitet, so dass ausreichende Voraussetzungen für den Lese- und Schreiberwerb geschaffen werden und ein Mitkommen in der Schule ermöglicht wird.

Zwei- oder mehrsprachige Kinder müssen die Aussprachen von vielen Lauten, unterschiedliche Grammatiksysteme, sich unterscheidende Wortschätze und anders klingende Sprachmelodien und Wortbetonungen erlernen.
Ein Vermischen von Wörtern und Grammatik, der Artikelbenutzung oder von Zeitformen kann und darf gelegentlich auftreten. Eine logopädische Abklärung ist dann möglich und angezeigt, wenn ein Kind in beiden bzw. in allen Sprachen Auffälligkeiten bezüglich Wortschatz, Grammatik, Aussprache oder Sprachverständnis zeigt.
Hat ein Kind nur in der deutschen Sprache Probleme und spricht die andere/anderen Sprachen perfekt, so ist eine pädagogische Förderung der deutschen Sprache (je nach Alter Deutschunterricht oder eine Spielgruppe) die richtige Wahl.

Von Mutismus wird gesprochen wenn ein Kind sprechen kann es aber nicht tut.
Manche Kinder sprechen beispielsweise nur zu Hause nicht aber im Kindergarten. Andere Kinder sprechen vielleicht nur mit Gleichaltrigen nicht aber mit Erwachsenen. In manchen Fällen hören die Kinder ganz auf zu sprechen und verweigern auch im Familienkreis die Kommunikation.
Häufig liegt bei Mutismus eine psychische Ursache vor, in schweren Fällen sollte zusätzlich zur logopädischen Therapie eine psychotherapeutische oder heilpädagogische Behandlung erfolgen.

Stottern ist eine Störung des Redeflusses. Es kommt zu Unterbrechungen des Sprechens, die aus Blockierungen (Verkrampfung der Stimmbänder), Silbenwiederholungen („Ka-ka-kakadu“) und Dehnungen (Nnnnnnnicht) bestehen können. Willentlich können stotternde Menschen diese Unterbrechungen nicht verhindern. Oft fühlen sie wenige Sekundenbruchteile vor dem Auftreten des Stotterns, dass sie gleich stottern werden. Aus diesem Grund entwickeln Stotterer oft ein Vermeideverhalten. Sie vermeiden Wörter, Laute oder bestimmte Situationen in denen sie häufig stottern mussten. Oft entwickeln sich sogenannte „Begleitsymptome“, wie Grimassen,  Verkrampfung des Körpers oder Anhalten des Atems. Negative Gefühle und Gedanken wie Angst, Scham und Minderwertigkeitsgefühle, die als Reaktion auf das Stottern entstehen, können oft ein großer Bestandteil dieser Störung sein.
Dem Stottern liegt oft eine familiäre (genetische) Veranlagung zu Grunde welche durch zusätzliche Faktoren wie Stress, familiäre Krisen oder traumatische Erlebnisse zu Tage tritt.

Sehr wichtig ist die Abgrenzung des Stotterns von physiologischen Sprechunflüssigkeiten, welche in der Entwicklung von Kindern zwischen 2 und 4 ½ Jahren nicht selten sind. Kinder wiederholen dabei ganze Wörter oder Silben oder setzen mehrfach zum Sprechen an und wiederholen ganze Satzteile. Wobei das Kind selbst durch seine Sprechunflüssigkeiten in seiner Sprechfreude nicht beeinträchtigt wird. Diese physiologischen Sprechunflüssigkeiten verschwinden von alleine wieder sobald es dem Kind besser gelingt seine Gedanken in Worte zu fassen und seine Artikulatorische Muskulatur zu kontrollieren.

Zeigt allerdings ein Kleinkind Sprechunflüssigkeiten in Kombination mit Anspannung von Gesicht oder Körper, bemerkt es selbst, dass es „hängen“ bleibt und traut sich nicht mehr zu sprechen, kann es sich bereits um beginnendes Stottern handeln.
Dann ist die Rücksprache mit dem Kinderarzt und die diagnostische Abklärung durch eine Logopädin sowie ggf. die Aufnahme einer logopädischen Therapie dringend zu raten.
Denn je früher eine Therapie begonnen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Stottern nicht manifestiert und erfolgreich therapiert werden kann.
Bei kleinen Kindern findet die Therapie meist im Beisein eines Elternteils statt. Ein sehr wichtiger Bestandteil der logopädischen Arbeit ist dabei, einen offenen Umgang mit dem Stottern zu ermöglichen und den Eltern eine Anleitung zu geben, wie sie indirekt die Sprechflüssigkeit ihres Kindes positiv beeinflussen können.
Bei größeren Kindern werden auch direkte Methoden erarbeitet die das Kind anwenden kann, um flüssiger zu sprechen.

Auch Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter können an einer Stimmstörung (Dysphonie) leiden.
Die Stimme klingt dann beispielsweise heiser, rau, gepresst oder sehr angestrengt. Vielleicht klagt das Kind über Halsschmerzen obwohl es nicht erkältet ist oder muss sich häufig räuspern.
Die häufigste Form der kindlichen Stimmstörungen ist die funktionelle Dysphonie. Das heißt der Stimmklang und die Belastungsfähigkeit der Stimme sind verändert, ohne dass eine Erkrankung des Kehlkopfes vorliegt. Aus der funktionellen Dysphonie kann sich auch eine organische Dysphonie mit Stimmlippenknötchen (Schreiknötchen) oder Polypen entwickeln.
Als Hauptursache kindlicher Stimmstörungen wird ein übermäßiger Stimmgebrauch in Kombination mit anderen Faktoren angenommen.
Diese können zum Beispiel ein gesamtkörperliches muskuläres Ungleichgewicht sein oder eine dauerhafte Mundatmung sein.
In der Therapie wird mit den Kindern spielerisch ein anderer Umgang mit ihrer Stimme erarbeitet, gleichzeitig in Zusammenarbeit mit den Eltern nach der Ursache des übermäßigen Stimmgebrauchs geforscht, um die Stimmgewohnheiten des Kindes im Alltag zu ändern.

Bei einer myofunktionellen Störung handelt es sich um ein muskuläres Ungleichgewicht der Gesichtsmuskulatur.
Dadurch können Zunge und Lippen einige für das Sprechen und Schlucken notwendige Bewegungsabläufe nicht oder nicht mit ausreichender Kraft ausführen.
Oft ist die Muskulatur betroffen, die für das Zurückziehen der Zunge verantwortlich ist. Die Zunge liegt dann in der Ruhestellung im Mundboden statt hinter den oberen Schneidezähnen. Beim „falschen“ Schlucken presst die Zunge ebenfalls gegen die Vorderzähne.
Zusätzlich werden oftmals ’s‘ und/oder ’sch‘ fehlgebildet, indem die Zunge bei der Artikulation zwischen die Zähne gestreckt wird oder gegen die Zähne presst.
Die Folge einer myofunktionellen Störung können Zahn- und Kieferfehlstellungen sein, die durch das Drücken der Zunge gegen die Zähne verursacht werden.
In der logopädischen Therapie wird mit jüngeren Kindern die Muskulatur spielerisch trainiert, um das Ungleichgewicht auszugleichen. Ergänzend wird der Mundschluss geübt. Falls nötig findet auch eine Artikulationstherapie statt. Am Schlucken wird gearbeitet sobald es Konzentration und Ausdauer eines Kindes zulassen.